Thomas Prochnow Prosystem.3

Eröffnung: 20. Oktober 2019, 14–16 Uhr

Anfang Oktober eröffnete das Museum für zeitgenössische Kunst in Moers seine neuen Räume auf der Niederstr. 22. Auf einer Fläche von 170qm werden aufstrebende Künstler die Gelegenheit bekommen, ihre Kunst zu präsentieren.

Doch was zeichnet die Räume aus? Wo liegen die Besonderheiten? Diesen Fragen wird der Künstler Thomas Prochnow auf den Grund gehen.

 

Über die Dekontextualisierung von Räumen und Alltäglichem.

 

Thomas Prochnow hat Freie Kunst in Dresden studiert und arbeitet meist ortsspezifisch und temporär. Große Bekanntheit erlangte er durch seine Einzelausstellung „Der zweite öffentliche Raum“ auf Zeche Zollverein im Jahr 2015.

Prochnow erkundet Raum und sucht seine Besonderheiten. Dabei kann es sich um verlassene Orte, Leerstände oder öffentliche Räume handeln.

Er sucht Orte auf, die Ihre Funktion verloren haben und durch sein Einwirken zu einer neuen Identität gelangen. Jeder Schauplatz wird zu einer Art Bühne auf der -nicht immer legal- Arbeiten mit Acryl, Sprühfarbe oder Kompositionen aus diversen Materialen dargebracht werden.

Veränderung und Transformation sind seine Motivation, um zu einem neuen Raumverständnis zu gelangen. Welche Materialien, Formen liegen zugrunde und wie kann man das Verborgene sichtbar machen?

 

Die meisten seiner Arbeiten sind aufgrund der Ortsbeziehung und der Momenthaftigkeit nur als fotografische Dokumentation vorhanden. Letztere nimmt daher einen wichtigen Teil seines Gesamtwerks ein.

 

Für seine Objekte und raumbezogenen Arbeiten benutzt Prochnow Materialien und Gegenstände aus dem Alltag, um sie zu dekontextualisieren. Die Materialität bleibt sichtbar, sie bekommt jedoch eine neue Aufgabe und vermittelt uns einen Eindruck vom Fremden im Vertrauten.

 

Seine Installationen begeistern vor allem aufgrund ihrer Farbigkeit. Satte, klare CMYK- Farben aus denen sich alle Mischfarben ableiten ließen sowie großflächig aufgetragene Signalfarben überraschen den Betrachter stets aufs Neue.

Es verwundert daher kaum, dass er bei der Bezeichnung seiner Arbeiten Titel entwickelt, die an DIN-Normen erinnern. So schlägt er auch im Titel einen klugen Bogen zur Beziehung zwischen Fremdartigkeiten und dem Gewohnten.

 

Thomas Prochnow wurde 1978 in Gera geboren und war vor dem Studium als Graffitikünstler aktiv. Bis 2011 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und war Meisterschüler bei Monika Brandmeier. 2009 entwickelte er für die Galerie Gublia eine Bodeninstallation aus DIN Formaten A0 bis A4 in verschiedenen Holzarten. 2015 kombinierte er in einer Einzelausstellung seine fotografischen Dokumentationen mit Interventionen auf dem Gelände der Zeche Zollverein.

Thomas Prochnow lebt und arbeitet in Berlin und Gera.

 

Das MZKM zeigt eine Prochnow-Retrospektive mit allen drei wichtigen Themenbereichen - Ort, Material und Fotografie. Neben der Präsentation im Museum wird es auch eine Installation im Bauwagen geben.

 

Eröffnung: 20. Oktober 2019, 14-16 Uhr

Laufzeit: 21. Oktober – 31. Dezember 2019

Der Bauwagen für das MZKM wurde gefördert durch die Jugendheime Moers e.V. und ist eine Initiative des Atelierhaus Moers